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100 Fragen an…DIE LEUTE

17. Juni 202622 Min. gelesen

Das erste Album „Schöne Scheisse” der Münchner Band Die Leute ist draußen und es trifft mit Gitarrenwave und spitzen Texten direkt einen Nerv. Auch den unseres Redakteurs, dem beim Hören viele Fragen aufkamen. Zu viele für ein normales Interview und so entstand ein ungewöhnliches Interview mit vielen prickelnden Einblicken zum Album und der Band.

Da ist es, da ist es, lang ersehnt, lang gefiebert. „Schöne Scheisse”, das erste Album von Die Leute. 26 Minuten schwappen wavige Gitarren gegen das Trommelfell, 26 Minuten verbaler Roundhousekick gegen den alltäglichen Wahnsinn in München und der Welt, 26 Minuten Wut, 26 Minuten fühlen, schreien, lachen. 26 Minuten später wohnen fünf Ohrwürmer mietfrei in meinem Kopf…na, na, na, na, KUNST, KUNST!… und gefühlt 40 Fragen schwirren herum. Hmm, was nun? Wie mach ich das? Das Interview ist schon vereinbart. Doch dann! Es ist einer dieser leuchtenden Momente wo sich ein genialer Gedanke ins Hirn einbrennt. Schnipps! (an dieser Stelle Funkelnde Sterne vorstellen). Da las ich doch vor ein paar Wochen von einem gewissen Moritz von Uslar, ein Pop-Journalist bei SZ und ZEIT, der – aus ähnlicher Not heraus – ein legendäres Interview-Format entwickelte: „100 Fragen in [unmöglichen] 15 Minuten”. Zwischen Tür und Angel und unter den Blicken ungeduldiger Presseteams überrollte er damals, Anfang der 2000er, von Hillary Clinton bis Dieter Bohlen die Popwelt mit tragikomischen wie charmanten Fragenhageln. So, dass selbst Mick Jagger danach nicht mehr satisfacted war. Also, an die Arbeit! Drei Stunden später: Das Album ist weitere fünf Mal durchgehört, der Band sind 0,0005 Cent Spotify-Vergütung eingebracht, das ganze Internet durchwühlt und 100 Fragen in die Tastatur gegrübelt. Nun, paar Tage später sitze ich da, mit Auri (Frontsängerin, Bass) und Nicolas (Backing Vocals, Drums, Synthies) auf einer Picknick-Decke zwischen schnatternden Gänsen am Großhesseloher See und denk mir, joa zwischen Tür und Angel ist das nicht ganz so, aber lets go! Rauf auf die Fragen-Autobahn!

Frequenz: Also, ich stelle euch nun 100 Fragen.

Die Leute (Auri/Nicolas): Wow, wow, wow, was!?
Ich sehe noch ein großes Fragezeichen und ebensoviel Neugier in ihren Gesichtern.

Frequenz: Ihr antwortet einfach was euch in den Sinn kommt, so schnell wie möglich, so viel wie nötig. Passt euch eine Frage nicht, dann einfach „weiter”. Alles klar?

Die Leute (Auri/Nicolas): Checke, checke. Geil! Lets Go!

 

1 Wem gehören die strahlenden Zähne auf dem Cover?
Auri: Das sind meine, inklusive Gummi-Smile.
Erste Frage und Auri, ganz in Podcast-Manier, setzt gleich zu einer Erzählung an, ich grätsche gezwungenermaßen dazwischen.

2 Mit welcher Zahncreme werden die Zähne so weiß oder ist das Photoshop?
Nee, die sind so weiß. Hab ich von meinem Vater geerbt. Da brauchts so eine ganz spezielle Zahncreme. Paradontax oder so?

3 Was war die letzte Nachricht wo ihr euch dachtet „Ach, was ist das schon wieder für Schöne Scheisse!”?
Ja, eigentlich permanent. Oft, oft, so oft. Kanns nicht mehr benennen.

4 Wie hält man die Welt gerade aus?
Mit ganz viel Hoffnung. Und mit Musik machen…

5 Klappern wir mal ein paar Songs auf dem Album mit Fragen ab: Schon mal von Eigenbedarf betroffen?
Ja, ein Bandmitglied.
Die nun folgenden Fragen nehmen Bezug auf zahlreiche Anspielungen, mit denen die Band immer wieder jongliert. Man könnte behaupten, es ist ihr Markenzeichen. Wer also nun bei den nächsten fünf Fragen erstmal überfordert ist, der:dem sei geraten eine kurze Pause einzulegen und sich die ersten drei Songs des Albums anzuhören. (Geht ganz schnell runter.) 

6 Was war der skurrilste Grund für Eigenbedarf, der euch begegnet ist?
Oh, da fällt mir ein, nicht unbedingt Eigenbedarf, aber eine Freundin hätte fast mal eine Wohnung genommen, wo sie ein bisschen „Personal Assistant” für einen älteren Herren hätte sein sollen. Gott sei Dank hat sie die Wohnung nicht genommen.

7 Gibt es noch Moral?
Ja.

8 Anzeichen für eine:n gute:n Vermieter:in?
Er:Sie lässt dich in Ruhe und man sieht ihn:sie nie.

9 Was würdet ihr mit einer geerbten Villa in Bogenhausen machen?
Alle Leute einladen! Wir würden da richtig geile Sachen machen, Musik und Kunst. Das einfach für alle öffnen!
Zuerst hatte ich noch Bammel, ob das Format mit zwei Personen so gut klappt, doch nach den ersten Fragen merke ich, dass sich die beiden meist relativ schnell auf eine gemeinsame Antwort einigen. Weiter, weiter!

10 Karte, PayPal, Bar oder Kacke – womit möchten Sie bezahlen?
Kacke.

11 Wie fühlt es sich an im Jahr 2026 Anfang 30 zu sein?
Manchmal sehr beschissen. Manchmal großartig. Besser als in den 20ern, aber immer noch manchmal sehr dark.

12 Siebträgermaschine oder Sauerteigbrotfetisch?
Auri: Ich fange jetzt Sauerteig an!
Nicolas: Ich pendel so. Ich bin gerade auf dem Fermentiertripp.
Auri: Oh, auch geil! Voll die spießigen Biedermeier-Hobbies ey…

13 Rennrad oder Pilates?
Rennrad!

14 Aperol oder Helles?
Helles, aber ohne Alkohol.

15 Wie fühlt ihr euch in diesem Interview? Schon ganz Irre?
Nee, ganz wohl. Ich hab immer noch Angst, dass ich in Entenscheiße sitze, aber sonst sehr wohl.

16 Ist eine ChatGPT-Therapie eigentlich irgendwie zu gebrauchen?
Oh, don’t do that!
Es ist interessant, wie unterschiedlich die zwei jeweils antworten. Bei Auri schießen die Antworten oft nur so raus und dann ändert sie ihre Meinung doch nochmal, Nicolas überlegt ein paar Sekunden, schaut in die Ferne und schießt dann los.

17 Ist Social Media übertherapiert?
Schon, ja. Es wird mit Begriffen rumgeschmissen, wo man sich denkt, manchmal haben die Menschen auch einfach Emotionen, ohne, dass gleich eine Diagnose dahintersteht. Also Therapie gut, auf jeden Fall, aber alles in Maßen.

18 Schonmal Botox spritzen lassen?
Auri: Ja, ich habe es einmal ausprobiert. Ein Lip-Lip. Hat drei Monate gehalten und 100 Euro gekostet. Nie wieder!
Nicolas: Never ever.

19 Carhartt-Workjacket oder Barbourjacke – was schreit mehr nach München?
Ich glaube München ist schon mehr noch Barbour-Jacke. Aber beide sehr zweifelhaft und snobby. Der Fragenmotor rattert und rattert, die Gänse nehmen uns langsam ins Visier.

20 Spontane Reaktion: Was lösen Menschen in einer Barbourjacke in euch aus?
Eklig. Sieht immer so nach Jäger oder Sylt-Urlaub aus. Old Money.

21 Wie pumpe ich mein Ego richtig auf?
Mit einem Hobby, das einem richtig Spaß macht und Musik machen!

22 Wovon bräuchte die Welt wieder mehr?
Verständnis füreinander. Geduld. Gemeinsamkeit.

23 Mit welchem Song auf den Ohren lauf ihr voller Selbstbewusstsein durch die Straßen?
Nicolas: Mit dem Song wo wir gerade dran arbeiten. But that’s a secret! Auri: Party in the USA von Miley Cyrus.
Mit voller Inbrunst und Faust auf dem Herz fängt Auri an zu Singen: „Got my Hands up / They’re playing my song, they know I’m gonna be okay / WOOOOO yeah, it’s a party in the USA.”

24 Was ist euer Lieblingsalbum von Fontaines DC?
Das letzte ist fantastisch.

25 Was flutet gerade euren Instagram-Algorithmus?
Auri: Ich bin gerade in einer richtig guten Bubble von irgendwelchen Müttern, die tanzen. Wie so Boomer-Eltern, die gerade Internet entdeckt haben, in a good way. Nicolas: Iran.

26 Welche Reels nerven am meisten?
Auri: Brainrot. Und irgendwelche Podcast-Ausschnitte von Podcasts die mich nicht interessieren. Nicolas: Sagt die, die mit ihrem Podcast die Welt flutet. Als Hintergrund: Neben ihrem Sing-Sang für Die Leute und ihrer Aktivität als bildende Künstlerin hostet Auri den Sex- und Aufklärungspodcast „Im Namen der Hose”.

27 Warum nerven euch „Nagellackfeministen“?
Weil es genauso Arschlöcher sind, nur anders verpackt.

28 Wie werde ich kein „Nagellackfeminist”?
Sei einfach nett. Sei fair und cool. Du selbst. Dann kannst du auch Nagellack tragen, aber nicht so schaustellen was man nicht ist.

29 Wie würde Bell Hooks auf performative Feministen reagieren?
Sie würde umarmen…hmm, ne….sie würde richtig schlau und pointiert zerstören.

30 Matcha – ja oder nein?
Auri: Ich liebe Matcha, ist nicht so Punk, aber I love it.

31 Wenn ihr die Qual der Wahl hättet zwischen Finance Bro mit Poloreiter und Patagonia-Weste oder “Nagellack-Feminist”? Wen würdet ihr daten?
Eher den Finance Bro, gar kein Bock auf irgendwelche non-comitted, artsy Typen.

32 Wie viel hat euch der Song „Ich mache Kunst” gekostet?
Bisschen Geld für Mastering und Mixen. Bisschen Überwindung. Bisschen Zeit, weil ich den Text in mein Brain prügeln musste. Sonst, viel Erleichterung gebracht.

33 Eine Kunstfloskel die euch zum Hals raus hängt?
Dieses “Sorry, ich kann heute nicht. Ich muss ein bisschen auf mich selbst achten” hören wir in der Kunstbubble oft. Aber in nur ganz wenigen Fällen ist das auch mal legitim.

34 Killt KI die Kunst?
Nein.

35 Gibt es zu viel Kunst?
Nein.

36 Was macht Spaß am Kunst machen?
Regeln brechen.

37 Und was ist das größte Leid dabei?
Financial Struggle. Persönliche Unsicherheit. Der innere Dialog mit sich selbst.

38 Mit welchem Oldtimer würdet ihr an der Kunstakademie vorfahren?
Auri: Opel Corsa Twist in rot. Irgendwann werde ich Vorsitzende des Oldtimer Fanclubs von Opel Corsa Twist! Nicolas: 911er schwarz. Cabrio. Es fließt vor sich hin und mit jeder Frage mehr entfaltet sich mir eine ganze Klaviatur an Reaktionen und Lachern.

39 Je mehr Geld, desto schlechter der Kunstgeschmack?
Nicht unbedingt.

40 Tragen Fuckboys eigentlich Nagellack?
Mal so, mal so. Stille, gellendes Lachen, die Gänse schrecken auf.

41 Welches Parfüm haben nur Fuckboys?
Dior Savage.
Luftiges, tief atmendes Lachen.

42 Wo wir schon beim „F***boy Exorzismus” sind, was würdet ihr Donald Trump sagen wollen?
Höhnendes Lachen.

43 Mit welchen Worten endet der Kontakt meistens?
Ich schreibe dir später.

44 Wie würdet ihr eure exorzistische Fuckboy-Religion nennen?
Die Leute.

45 Wie viel Wut steckt in euch?
Auri: Oh, manchmal schon viel. Nicolas: Hmm, sehr wenig eigentlich.
Leises Kichern.

 

46 Schreien oder weinen, was ist das bessere Schmerzmittel?
Beides gut, aber eher weinen. Und das von einer Band, die nur schreit.

47 Welche Themen zum Auskotzen stehen noch auf der Ideenliste für Songs?
So viel! Wir haben eine iPhone-Notiz damit und die App geht manchmal nicht mehr, weil so viel drin steht.

48 Für welche Situation würdet ihr eure Musik empfehlen?
Nicolas: Für jede Situation.
Auri: Nun ja, außer man sucht Cozy Sex Musik, da glaub nicht, alsoooo.
Schallendes Lachen tief aus der Lunge heraus.
Nicolas: Doch, auch da.

49 Warum ist Die Leute kein langweiliger Bandname?
Weil wir keine langweilige Band sind.

50 Was ist der soziologische Hintergedanke bei diesem Namen?
Der Mensch ist gut, nur die Leute sind schlecht.

51 Wie entsteht eine Band typischerweise an einer Kunstakademie?
In einem WG-Zimmer, fernab von der Akademie.

52 Wie habt ihr euch gefunden?
In der großen ADBK-WhatsApp-Gruppe und einer WG.

53 Eure Musik in drei Worten?
Laut, lustig, süß.

54 Neue Neue Deutsche Welle oder New Wave?
Neue Neue Deutsche Welle.

55 Einstürzende Neubauten oder Fehlfarben?
Einstürzende Neubauten. Ja!

56 Nina Hagen oder Blondie?
Nina Hagen.

57 Edwin Rosen oder SALÒ?
SALÒ.

58 Ikkimel oder 6euroneunzig?
Uhh, schwierig, Ikkimel scheppert schon auch, aber 6euroneunzig.

59 Welches Album würdet ihr auf eine einsame Insel mitnehmen?
Auri: Gelb ist das Feld von Bilderbuch. Nicolas: Zero Hour von Astor Piazzolla.

60 Welches Bandplakat hing früher im Kinderzimmer?
Auri: Green Day. Nicolas: The Cure, Boys don’t Cry.
Die Lach-Klaviatur füllt sich weiter. Und jetzt, wow, was ist das, ein Lachen, so laut, rauchig, fast brüllend, das könnte fast auch aus einer Giesinger Eckkneipe mit holzvertäfelter Bar und verschmierten Glücksspielautomaten schallen.

61 Welcher Song oder Artist war bei den Aufnahmen die größte Inspiration?
Nina Hagen. Wir sind Helden und Wet Leg und Lambrini Girls.

62 Wie lange habt ihr am Album gearbeitet?
Es ging sau schnell. Aufgenommen haben wir es in ziemlich wenigen Tagen. Das Produzieren dauert manchmal länger.

63 Welcher Songtext wurde am meisten umgeschrieben?
Wir schreiben nicht viel um, wenn man zu lange rumbastelt wird es scheiße. Nur bei „F***boy Exorzismus” wurden wichtige Zeilen umgetextet.

64 Wie entsteht ein richtig guter Song?
Spontan. Jeder jammt an einem Instrument, was er oder sie gar nicht kann. Bisschen Quatschen und einfach viel Freude am Spielen.

65 Habt ihr viel herumprobiert?
Ja doch, aber vor allem machen wir auch einfach mal.

66 Wie lange dauert es Bass zu lernen?
Genau vier Monate.

67 Spielt Auri einen guten Bass?
Hervorragender Bass!

68 Spielt Nicolas gute Drums?
Ja! Nicolas kann jedes Instrument der Welt gut spielen, besonders Orgel.

69 Letzter charmant banaler Streit im Studio?
Auri: Oh, die Sticker! Da bin ich immer noch sauer. Er (zeigt auf Nicolas) will Geld sparen und kauft scheiß Sticker! Das ist wirklich ein ongoing Streitthema.
Es kommt zum Wortgefecht.
Nicolas: Das sind die gleichen Sticker, nur fünf Milimeter unterschiedlich.
Auri: Es sind nicht die gleichen Sticker, es sind nicht die gleichen Sticker!

70 Wird im Proberaum viel diskutiert?
Nee, da wird viel Spaß gehabt und gespielt.

71 Welcher Song bringt euch zum Weinen?
Nicolas: Sade, Is it a crime.
Auri: Dieser Disney-Film, wie hieß der nochmal? Auf jeden Fall da, immer!

72 Welcher Song zum Ausrasten?
Lambrini Girls, Cuntology 101 und 6euroneunzig, Zur Party.
Gut, die Zeit haben wir schon eh und je vergessen und die 15 Minuten sind schon längst drüber, doch es läuft. Weiter, weiter!

73 Ein jeweiliges Guilty Pleasure von dem ihr gegenseitig noch gar nicht wisst?
Da gibt es kein Guilty bei Musik. Manchmal höre ich noch Hanna Montana. Oh ja, und KI-Songs, wie der zu dem Wal Timmy.
Auri fängt an zu Singen, voller Leidenschaft von 0 auf 100: „Er hat sich das nicht ausgesucht!!!!”

74 Was löst mehr Gefühle aus: Text oder Gitarrenriff?
Text.

75 Eure Gefühle beim Album-Release in drei Worten?
Geburtstag. Freudige Ungläubigkeit.

76 Drei Eigenschaften einer typischen „Die Leute“-Hörer:in?
Cool. Sehr cool. Sehr sehr cool.
Doch dann, plötzlich, der erste heikle Moment im Interview. Nicolas bricht zusammen, in seinen Worten ein Hauch von Panik: „Bei welcher Frage sind wir? Ich brauch Kaffee!!”. Zieht seine Beine zusammen, atmet drei Mal laut durch und klatscht sich auf die Wangen.

77 Reaktion des üblichen „Die Leute”-Fanboys/girls auf das Album?
Auri steht auf und fängt an zu jubeln, zu springen und zu tanzen. Die Gänse schauen verdächtig.

78 Was sagt der Kunstprofessor zum Album?
Er findet es richtig cool.

79 Ist München nicht eine „schöne Scheisse”?
Ja, absolut.

80 Eure Wohlfühl-Boazn in der Stadt?
Bei Dagmar in der Implerstraße. Rest in Peace, Dagmar!

81 Liebstes Freibad für hedonistische Mittwochvormittage im Juli?
Flaucher.

82 Bester Spot für wirklich romantische Dates ganz weit weg von Fuckboys?
Auch Flaucher.

83 München oder Berlin?
Auri: München. Auf keinen Fall Berlin!
Nicolas: Doch Berlin hat schon was.
Auri: Wenn, dann Wien!

84 Weißwurst oder Currywurst?
Vegane Currywurst.

85 Leberkässemmel oder Fischbrötchen?
Fischbrötchen.

86 Habt ihr eine Meinung zu Timmy dem Wal?
Auri: Nein, zum Glück ist er tot. Die Antwort ist direkt begleitet von galligem Lachen, das in ein niedliches Kichern übergeht. Nicolas: Sagt die Veganerin die seit neuestem Fisch isst.

87 Euer Rating für die Münchner Musikszene von 1-10?
9, weil zu wenig Punk-Bands.

88 Spannendster Act in München gerade für euch?
Mosaik.

89 Warum?
Die Texte sind krass gut. Es ist endlich mal wieder eine wirkliche Band. Die machen es wirklich für die Musik, nicht für ihr Ego.

90 Was vermisst ihr hier in der Stadt?
Bezahlbaren Wohnraum und Dreck.

 

Hier das Album von Die Leute hören

91 Beste Konzertvenue?
Strom, Milla.

92 Ist München wirklich so unfruchtbar für Subkultur?
Nein, das stimmt nicht. Nach ein bisschen Suchen ist sie sehr sichtbar.

93 Gibts eine Tour?
Ende des Jahres gibt es fünf Konzerte und wir sagen jetzt einfach mal nächstes Jahr April.

94 Wann nächstes Album?
Im besten Fall im April 2027.

95 Openair oder stickiger Keller?
Stickiger Keller, sehr geil!

96 Auf welches Konzert freut ihr euch gerade?
Wir gehen morgen auf ein Beatles Cover Konzert.

97 Wo zündet ihr das nächste Konzert?
Beim Musikschutzgebietsfestival in Kassel. Und in München auch bald wieder!

98 Gibt es bei euch ein Ritual vor dem Auftritt?
Wir kuscheln alle nochmal kurz.

99 Zum Schluss: Irgendeine Ankündigung, die euch auf den Lippen klebt?
Bald gibts eine neue Single!

100 Wie heißt die Zahnpasta nochmal?
Parandotax.

 

Doch dann kommt sie auch hier noch, die Ordnungsmacht: Nein, kein drahtiger Pressesprecher mit koffeinierten Heißblut in den Adern, sondern zwei Männer der Parkaufsicht, in grell neongelb-schwarzer Uniform kommen breitbeinig, fast furchteinflößend – wie in einem Meme – auf uns zu gestapft und verkünden uns in süßlichster Stimme: „Hallo ihr Lieben, wir müssen euch da leider wegbitten, hier ist die Brutzone der Gänse.” und beenden damit unser Interview.

Balthasar Zehetmair - Redaktion

Musik hält mich am Leben, es ist meine unerschöpfliche Energiequelle. Doch es ist nicht nur die Musik, sondern besonders die Menschen mit ihren Geschichten dahinter reizen mich immer wieder. Meine Heimatstadt München mit ihrer Szene im Herzen höre ich mich von hier aus durch die ganze Welt. Enjoy the Music, not just hear it.

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