Unsere Redakteur:innen haben sich in den letzten Wochen unserer Sommerpause nicht nur durch Urlaubsfotos gescrollt und gelikt, sondern auf der Liege am Strand erfrischend neue Vibes entdeckt. Hier ein paar Geheimtipps, die ihr auf dem Radar haben solltet.
Scharfe und beatig inspirierte Kapitalismuskritik von Odd Beholder
Zweifelsohne prägte Alan Ginsberg, der Mugwumps der amerikanischen Beatniks der 50er und 60er, mit seinen Gedichten nicht nur Bob Dylan und die westliche Popkultur, sondern nun auch die neue Single „Thank You For Shopping With Us“ von Odd Beholder. Ein Titel wie ein ausgeleiertes Jingle am Self-Checkout im Supermarkt und der inspiriert ist vom Gedicht „A Supermarkt in California“. Beißende Kapitalismuskritik verpackt in sanfte Indie-Beats und einen ausgeklügelten Text, der aus mehreren Perspektiven den Alltag an Fleischtheke und Kassenband erzählt.
Auf dem Radar Hier schreibt die Redaktion einmal im Monat über ihre neuen Entdeckungen und Geheimtipps, die “Auf den Radar” gehören. Mit Leidenschaft und warum ihr die Musik unbedingt hören müsst.
Raffinierte Texte voll scharfer Arbeiterklassenpoesie gepaart mit mal mehr Indie, mal mehr Electronica. Das ist der Signature-Sound der Schweizer Konzeptkünstlerin und mehr davon ist auf ihrem Album „Honest Work“ zu hören, das im Frühjahr erschien. Odd Beholder ist rastlos kreativ, ganz wie Neal Cassady am Lenker in Kerouacs ‚On the Road‘, und die neue Single bildet bereits den Auftakt zu ihrer nächsten EP, die im Herbst erscheint. Am 18.09. gibt sie ihre Musik in der Milla zum besten, also schaut hin und schnuppert im stickigen Keller einen Hauch Beat mit klugen Texten und Indie.

Die Schweizer Konzeptkünstlerin Odd Beholder. ©sinnbus
Gut gealtert und neue Perspektiven auf den „Chiaroscuro Variations“ des Einar Stray Orchestras

Das Cover zum Album “Chiaroscuro Variations”.
Jede*r Musiker*in, Kreative und Künstler*in kennt es, mit der Zeit verändert sich der Blick auf das eigene Werk. Hier und da könnte man noch was machen, vielleicht neue Perspektiven auf die Stücke legen. Dies dachte sich auch die norwegische Band Einar Stray Orchestra. Vor fünfzehn Jahren brachte diese ihr Debütalbum „Chiaroscuro“ in die Welt schickte. Damals breit aufgenommen und gelobt knüpft die Band nun daran an und mischt die Musik von damals nun neu durch. Diese neuen „Chiaroscuro Variations“ hat die Band zusammen mit befreundeten Bands und Musiker:innen eingespielt. Was damals dramatisch und jung klang, schweift heute zwischen Indie und Art-Pop aus. Kreativ, intim und zerbrechlich mit feiner Instrumentierung und ganz unterschiedlichen musikalischen Sprachen erklingen die Songs nun. Musik zum Eintauchen mit leichtem Hygge-Faktor!
Türkische Volkslieder mit freier Improvisation bei Hilal Kaya

Hilal Kaya ist eine der spannendsten Stimmen der anatolischen Psychedelica-Szene.
Extrem spannend ist die Musik der türkisch-dänischen Sängerin und Komponistin Hilal Kaya. Diese bringt in ein paar Tagen ihr Debütalbum „Sümbül“ heraus und darauf kommt viel zusammen. Mit Wurzeln in der türkischen Volksmusik und Elementen aus Rock und Jazz wird Kaya mit dieser Verbindung schon als die aufregende neue Stimme aus der zeitgenössischen anatomischen Psychedelic-Szene gefeiert. Ihre Songs bauen sich oft mit minimalen Melodien auf und werden getragen von akustischen Instrumenten – von der Mandoline und Baglama bis zur Steel-Guitar – und einem kraftvollen Gesang. Dies schafft auf dem Album eine unverwechselbare Atmosphäre, die zeitgenössisch-modern und zugleich tief verwurzelt erklingt. So bringt Kaya traditionelle türkische Volkslieder und Gedichte voller Sehnsucht und der Suche nach Zugehörigkeit mit freier Improvisation zusammen. Mit dem dänischen Soundartist und Gitarristen Søren Bigum kommt ein nordisch-leichter Groove in den Klang.
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Neue Musik aus der Szene der Stadt. Jeden Samstag drei neue Songs von immer anderen Artists.
Viel Spaß beim Hören und lasst viel Liebe, Support und Streams für eure lokale Musik da!



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