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Dr. Martens: Schuhe für die Musik 

5. August 20223 Min. gelesen

Der Dr. Martens 1460, ein ikonischer Arbeiterstiefel, prägt die Musikgeschichte wie kein anderer Schuh. Von der Fabrik auf Konzertbühnen, Laufstege und den roten Teppich.     

Seit ein paar Jahren sind sie von den Straßen nicht mehr wegzudenken, Dr. Martens Schuhe. Mit Miley Cyrus, im Video zu “Wrecking Ball”, oder Tyler the Creator sind die Boots mit den markanten gelben Nähten in der Popkultur des Mainstreams angekommen. Das Modell 1460 ist eine zeitlose Stilikone, prägt(e) die Identität von Subkulturen und ist schon lange eng mit der Musik verbunden. 

Arbeiterschuhe wird zur Ikone

Ursprünglich kam der Schuh im Jahr 1960 für Fabrikarbeiter auf den Markt. Eine weiche Sohle, die Air Wair, sollte orthopädischen Tragekomfort garantieren, robustes Leder sorgte für Langlebigkeit und das alles nur für anfangs drei britische Pfund (wirklich!). Dieses Image vom Arbeitsstiefel begann schon bald umzuschwenken, ganz abgelegt hat es der Schuh aber nicht . 

Aus Stolz auf seine Herkunft aus der Arbeiterklasse war es Pete Townshend, der Gitarrist der Rockband The Who, der die Schuhe ab Mitte der 1960er bei Auftritten trug. Bei der  akrobatischen Passion, mit der Townshend auf der Bühne performte, waren die Schuhe nicht nur bequem, sondern der Gitarrist rebellierte mit dem Tragen dieser auch gegen die musikalische Konformität. Der Einstieg ins Showbiz für die Docs. 

Schuh für die Szenen von Punk bis Fußball

Unangepasst und Mittelfinger gegen das System. Mit diesem Charme war der langlebige Schuh mit dem kompromisslosen Design geradezu prädestiniert als Stiefel des Punks. Nicht nur Joe Strummer von The Clash trug das britische Leder, vielmehr prägten Dr. Martens wesentlich die Identität vieler Subkulturen. Skinheads seit Ende der 60er, die Grunge- und Goth-Bewegungen in den folgenden Jahrzehnten. 

Pete Townshend an der Gitarre voll in seinem Element. ©Wikimedia_Commons

Dadurch, dass aber die Schuhe dem:der Träger:in einen eigenen Ausdruck des Selbstbewusstseins verliehen, blieben die 1460er nie nur Arbeiterschuhe oder Dr. Martens eine reine Szenenmarke. Allerdings wurde der Schuh lange Zeit auch mit Fußball-Hooligans und Rechtsextremen verbunden. Assoziationen, die durch die Entdeckung der Schuhe durch den Mainstream langsam weggespült werden. 

So haben sich die Stiefel mit der Zeit auf die Laufstege geschlichen und geben heute selbst dem elegantesten Outfit nochmal einen eigenen, rebellischen Sidekick. Und gleichzeitig bedeutet das Tragen von Dr. Martens seine Füße mit viel Musikgeschichte zu schmücken.  

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Balthasar Zehetmair - Redaktion

Sucht den Sinn des Lebens in Bob Dylan Songtexten und findet ihn bei den Wildecker Herzbuben. Meistens in Schallplattenläden und immer mit Kopfhörern auf den Ohren zu sehen.

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Auch ein guter Beitrag!
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