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„Noch viel schöner, unsere Geschichte zu erzählen“: Aus der Reihe “Feierwerk-Frequenzen”

13. November 20258 Min. gelesen

Neuer Monat, neues Glück oder auch: neue Feierwerk-Sessions. Am Samstag, den 18. November 2025, finden die 22. Feierwerk Sessions statt – dieses Mal mit fen., leol und Sam Jacob. Es geht von Indie-Pop über Alternative bis zu HipHop, für alle Geschmäcker ist etwas dabei. Diese drei Künstler werden den Raum mit Musik erhellen:

fen.

Foto: Olivia Frankhauser, Anna Sachstetter, Lilith Back

Die Eltern hatten keinen Bezug zur Musik – doch als kleines Kind hat das fen. immer neugieriger gemacht: Was das wohl sein mag? Was kann das alles? Erst kam die Blockflöte, dann die Gitarre und seitdem begleitet sich der Musiker selbst „als etwas, das einfach dazugehört, wie Atmen.“

fen. ist ein „sehr persönliches Projekt“, erklärt der Musiker. Es erzähle seine Geschichte so offen wie möglich. Wenn er solo auf der Bühne steht, fühle er sich dennoch nie allein. Der Moment wird immer mit den Zuhörer:innen geteilt, die mithören und mitfühlen. „Das ist eins der schönsten Gefühle, die ich kenne.“

Foto: Marc Eisler

Der Künstler findet sich im Indie- & Alternative-Pop wieder, aus gutem Grund: Musik werde erst so richtig spannend, wenn sie Grenzen verschiebe, wenn Elemente auftauchten, die man nicht erwarte und sich trotzdem alles zu etwas Vertrautem zusammenfüge. Dieses Spiel zwischen Chaos und Struktur fasziniert fen. – und in diesem Genre findet er den Raum, der ihn am ehesten repräsentiert.

Seine Texte entstehen meist aus Notizen aus seinem Reisetagebuch. Dabei versucht fen., Emotionen nicht nur einzufangen oder zu hinterfragen, er möchte sie oftmals einfach wieder fühlen. „A Bit Of It“ liegt ihm besonders am Herzen: Es spiele mit Erwartungen, die nie erfüllt werden und dem Gefühl, dass immer etwas Unausgesprochenes gefehlt hat.

Neben dem eigenen Musizieren produziert fen., nicht nur für sich, auch für andere. Mit 18 Jahren hat er damit das erste Mal angefangen, mit 21 hatte er sich verliebt, und sie produzierte laut fen. um Einiges besser als er. Viel hat er von ihr gelernt, die Liebe blieb leider nicht. Aber die Liebe zum Produzieren, wie er es nennt, die blieb. Was ihm mehr Spaß macht? „Ich liebe es, mit anderen Menschen zu arbeiten – oft sogar mehr als allein. So bin ich nicht limitiert auf das, was ich ausdrücken kann. Es ist schön, seine eigene Geschichte zu erzählen, aber es ist noch viel schöner, unsere Geschichte zu erzählen.“

Seine schönste Bühnenerfahrung war das Releasekonzert seiner ersten EP im September: „Ich durfte in derselben Location spielen, in der ich vier Jahre zuvor das erste Mal mit meinen eigenen Songs auf der Bühne stand. Ein absoluter Full-Circle-Moment.“ Neue Lieder werden im Laufe des nächsten Jahres erscheinen.

Leol

Foto: Leo Weissenbacher

Auch er hat früh angefangen, ganz klassisch Gitarre und Klavier hinter sich. Doch bis vor vier Jahren war die Liebe zur Musik noch nicht da. Mit Leols erstem Bandprojekt „Schreiwaren“ und dem Schulchor schlich sich das Singen und das Schreiben eigener Basslines in sein Leben. Jetzt kann er nicht mehr aufhören.

Ob Post-Punk, Indie-Gitarrenmusik, Shoegaze oder Surfrock – all das lässt sich laut Leol im Alternative vereinen. In all den Genres fühle er sich zuhause, lasse sie miteinander verschmelzen. Solange er Musik mache, die er sich selbst gerne anhöre, fühle er sich in dem Bereich wohl. Leols Texte sind aus persönlichen Erinnerungen entstanden, doch er sieht selbst: „Manchmal ist man sich rückblickend gar nicht sicher, ob diese Erinnerungen wirklich so passiert sind, weil sie so verschwommen wirken.“

Mitte Dezember wird seine neue Single „Es war so schön“ erscheinen. Hier kann man aber bereits in einen veröffentlichen Song reinhören:

Vor 1 ½ Jahren hat der Musiker angefangen, auch als Straßenmusiker zu performen. Lange wollten er das Spielen für unbekannte Menschen ausprobieren und dabei herausfinden, ob er mit seiner Musik andere tatsächlich berührt. Leol erzählt: „Tatsächlich habe ich dadurch auch viel an Selbstbewusstsein gewonnen: Anfangs habe ich nur Gitarre gespielt, aber durch meine Musikpartnerin Mia wurde ich immer mehr ermutigt auch zu singen – bis wir schließlich fast jeden zweiten Song zweistimmig gesungen haben.“ Das habe auch für seine weitere Musikkarriere geholfen.

Erst seit Neuestem steht Leol alleine auf der Bühne, lange ist er nur mit seiner Band aufgetreten. Dazu sagt er: „Ich glaube, dass das Alleinsein auf der Bühne eine ganz andere Wirkung und Dynamik zulässt, da sich das Publikum viel stärker auf einen selbst fokussiert.“ Seit er seinen eigenen Sound gefunden und angefangen zu produzieren hat, lässt sein Interesse daran nicht mehr ab. Auch bei den Feierwerk Sessions wird er solo auftreten.

Sam Jacob

Seine ersten Songs hat Sam Jacob während der Zeit von Corona, im Jahr 2020, geschrieben. Gerappt und gesungen hat er aber lange vorher. Als Solokünstler ist es für ihn einfacher, seine Vorstellungen in der Musikproduktion umzusetzen – ohne etwa auf weitere Meinungen und Änderungen warten zu müssen. Alleine auf der Bühne aufzutreten war das erste Mal nicht leicht, Samuel Jacob war nervös und unsicher, doch seitdem ist einige Zeit vergangen. Inzwischen fühlt er sich „richtig wohl“ auf der Bühne – und das hoffentlich auch am Samstag im Feierwerk.

HipHop und Pop sind seine Leidenschaften. Die beiden Musikrichtungen hört er getrennt voneinander, besonders im ersten Genre war er von den Beats „immer direkt gefesselt“. Sam Jacobs Idee war es, die beiden Richtungen miteinander zu verbinden – und so seien seine Songs entstanden. Etwa das Lied „CRY“ aus seiner neuen EP, das er wie folgt beschreibt: „Es geht darum, Schlechtes aus seinem Leben gehen zu lassen, stark zu bleiben, nach vorne zu sehen und Nichts hinterher zu trauern.“

Die Inspiration für seine Songs nimmt Sam Jacob aus seinem eigenen Leben, aus Erfahrungen oder aus Geschichten, die er sich im Kopf zusammendichtet. Im Vordergrund stehen oftmals zwischenmenschliche Beziehungen. Am wohlsten fühlt er sich dabei im Englischen.

Annika Block - Redaktion

Zwischen Alltagsstress und Unidruck so oft es geht auf Indie-Konzerten, in der Sonne mit einem Buch in der Hand oder am Abgehen zu „You Can Call Me Al“ zu finden. Täglich am neue Musik entdecken – und am besten direkt darüber schreiben.

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