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Zwischen Weltschmerz und Weltwut: Aus der Reihe “Feierwerk-Frequenzen”

15. April 20268 Min. gelesen

Am Samstag, den 18. März, finden die 25. Feierwerk-Sessions statt, wie gewohnt nach dem Prinzip “Pay what you want”. Mit dabei sind Laura Khim (Singer/Songwriter, Indie-Rock), FIA (Singer/Songwriter) und Florian Hecht (Singer/Songwriter, Rock). Was steckt hinter den Künstler:innen, was bewegt sie – und was motiviert sie zum Musikmachen? Ein Überblick.

Laura Khim

Die Indie-Rock-Sängerin macht schon so lange Musik, wie sie denken kann. Bereits im jungen Alter habe sie begonnen, eigenen Lieder zu verfassen und “ihre Gedanken und Gefühle in Musik zu verwandeln”, erklärt sie im Gespräch mit dem Feierwerk.

Ihr Songs handeln von persönlichen Erlebnissen, etwa Begegnungen im Alltag oder mit anderen Personen. “Dabei entstehen ehrliche, nahbare Geschichten, die zum Zuhören und Wiederfinden einladen”, wie die Künstlerin selbst angibt. Ihre Songs sind sowohl auf Englisch als auf Deutsch.

FIA

“Schon ewig!”, antwortet FIA auf die Frage, wie lange sie schon Musik mache – mit sechs Jahren habe sie angefangen, Gitarre zu spielen, seit 2022 schreibe sie regelmäßig eigene Songs. Seit zwei Jahren lässt sie ein Publikum an ihrer Musik öffentlich teilhaben.

Dabei steht die Acoustic-Indie-Künstlerin alleine auf der Bühne, doch sie gibt lachend zu: “Ich frage mich auch, wie das eigentlich passiert ist!” Erst sei es eine “kleine Challenge” gewesen, auf einer sogenannten open stage, einer Bühne, auf der jegliche Personen auftreten dürfen, zu spielen. Ohne jemandem Bescheid zu geben, habe sie sich im Import Export in München angemeldet. FIA ergänzt: “Ich war unfassbar aufgeregt[,] aber es war ein wunderschöner Abend und ich habe tolle andere Musiker*innen kennengelernt, die mich ermutigt haben, weiterzumachen.”

Songwriting helfe FIA dabei, Themen aus ihrem Leben zu verarbeiten, sich wörtlich “Dinge ‘von der Seele zu schreiben'” – und zu singen. Inspiration für ihre Texte nehme sie logischerweise auch aus ihren Gefühlen, die von inneren wie äußeren Konflikten, von “Weltschmerz oder Weltwut” ausgelöst würden. Eins ihrer wenig auf Deutsch geschriebenen Lieder, “Nicht mehr”, liegt ihr dabei besonders am Herzen. Die Worte seien nur so aus ihr herausgesprudelt, wie sie es im Interview beschreibt. Im Fokus des Songs ist ein “überwältigender Erwartungsdruck, der den Blick trübt und Selbstzweifel befeuert.” Beim Singen könne sie sich genau davon jedes Mal aufs Neue ein bisschen befreien.

Protestsongs “relevanter denn je”

Unter ihrer Musik sind auch einige Protestsongs zu finden. Denn Proteste, etwa in Form von Musik, sind in diesen Zeiten laut FIA “relevanter denn je.” Zeiten, in denen sich Krisen häuften und Demokratien strauchelten, in denen die Klimakrise, so FIA, im Vergleich zu anderen Krisen leider in den Hintergrund rücke, in denen Frauen täglich “aufgrund von ihrem Geschlecht ermordet” werden würden. In diesen Zeiten sei “Schweigen und Nichtstun keine Option”, erklärt FIA. Um sich von diesen Tatsachen nicht lähmen zu lassen, verarbeite FIA ihre starken Gefühle in ihrer Musik – eigentlich ganz “eigennützig”, wie sie schmunzelnd zugibt. Ihr Ziel ist, mit ihrer Musik anderen Menschen mit der “einhergehenden Ohnmacht” zu helfen und diese weniger alleine fühlen zu lassen.

FIA singt sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Letzteres falle ihr jedoch ein klein wenig leichter – und gerade bei persönlichen, teils vulnerablen Texten helfe die sprachliche Distanz beim Schreibprozess.

In diesem Jahr warten spannende Momente auf die Sängerin: Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das erste Mal einen Song im Tonstudio aufzunehmen. Wenn alles nach Plan laufe, werde sie noch in 2026 Musik auf Spotify veröffentlichen. Bis dahin kann FIAs Musik auf SoundCloud gehört werden.

Florian Hecht

Auch Florian Hecht tobt sich musikalisch aus, seit er sieben Jahre alt ist – doch so richtig durchgestartet hat er mit 22 Jahren und angefangen, eigene Lieder zu verfassen.

Der Sänger steht mal mit anderen auf der Bühne, mal alleine. Beides bereite ihm große Freude: Einerseits die Verbindung zu anderen Musiker:innen, mit denen er Freude an der Musik und am Auftreten teile, andererseits könne er solo eine weitere Seite von sich ausdrücken. Hecht habe ein “starkes Bedürfnis nach Ruhe” und das könne alleine auf der Bühne klarer durchscheinen. Gleichzeitig fühle er sich teils “sehr ausgesetzt”, das mache einen alleinigen Auftritt schwerer. Er fügt hinzu: “Ich mache mich auf jeden Fall verwundbarer, das ist aber auch ein Ziel meiner Musik.”

Oft und gerne tritt Hecht auch im Trio auf, da spiele jedes Instrument eine eigene Rolle und könne genügend Raum einnehmen, um ausreichend zur Geltung zu kommen. Es sei näher an der “Intimität einer Solo-Perfomance dran”, meint Hecht. Er schätze zudem, dass jedes Bandmitglied eine “eigene persönliche Note” hereinbringe – und ein Song entwickele sich dann oft in Richtungen, die er im Vorhinein gar nicht geplant hatte. “Das ist ein sehr schöner Prozess”, sagt der Künstler.

Von Mystik bis hin zu Rock

Zwischen mystisch, meditativen Klanglandschaften und purem Rock finden sich Florian Hechts Songs wieder. Der Künstler erklärt diesen Gegensatz: “Ich kann mich in meditativer Musik super verlieren und sie gibt mir ein wunderschönes Gefühl von Ruhe und Frieden.” Gleichzeitig liebe er die “Energie, den Ausdruck und die rohe Intensität von Rock”, gibt er zu. Es sei nicht geplant gewesen, diese beiden Seiten zu vereinen. Florian Hecht erklärt: “Es sind vielleicht beides Extreme, das eine sehr wenig, das andere sehr viel und am Ende treffen sich beide in der Mitte.”

Inspiration für seine Texte nehme Hecht von Gedichten und von Büchern, aber auch von Momenten des Alltags. Aktuell arbeitet der Künstler an einem Song, der sich um das Gefühl des Gefangenseins in einer Situation dreht – “und eine Stimme im Kopf rebelliert und ruft ‘Du musst raus in die weite Welt, du brauchst Veränderung, was Neues’.” Die sogenannte Stimme der Vernunft rede dagegen, doch am Ende gewinne der “Entdeckergeist”.

Im Mai wird Florian Hecht im Trio einige Songs im Studio aufnehmen. Im Vordergrund stehe dabei, das Gefühl einer Live-Aufnahme an seine Zuhörer:innen zu vermitteln. Neue Musik wird im Laufe des Jahres erscheinen.

Annika Block - Redaktion

Zwischen Alltagsstress und Unidruck so oft es geht auf Indie-Konzerten, in der Sonne mit einem Buch in der Hand oder am Abgehen zu „You Can Call Me Al“ zu finden. Täglich am neue Musik entdecken – und am besten direkt darüber schreiben.

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